Ich bin zurück in einem Stück aus Kiruna, der Hauptstadt Lapplands, Heimat der Samen, Schlittenhunde, Elche und Rentiere. Am vergangenen Donnerstag startete die rein österreichische Crew, Christian und Tom (braven Bloglesern bereits von der Partycruise nach Finnland bekannt), Klara, Alex, Carmen und ich ins 1200 km nördlich gelegene, überm Polarkreis befindliche, Kiruna. Die Strecke (Wien - Rom) bewältigten wir in einer 18 stündigen Zugfahrt, die neue Schlafstellungen auf 1 1/2 Sitzen hervorbrachte und bis zum Schluß spannend, auf Grund mysteriöser Gestalten, blieb.
Christian, hier mit KUNG Bier - bedeutet König und sollte noch an Bedeutung gewinnen

Bei einer Zugfahrt der Länge liest man schon mal alles, was sich im Zug so findet. So kam bei der Übersetzung des folgenden Artikels allerhand scherzhaftes und zum Schmunzeln anregendes heraus:
Freitag Vormittag erreichten wir den Polarkreis und seit Wochen wieder schönes Wetter, das unsere "Night-Mode-Stimmung" erheblich verbesserte.
Schwedens Berge


Freitag Vormittag erreichten wir den Polarkreis und seit Wochen wieder schönes Wetter, das unsere "Night-Mode-Stimmung" erheblich verbesserte.Schwedens Berge


Um 10:30 erreichten wir endlich eine der nördlichst gelegenen Städte Schwedens, die vor allem durch das weltweit größte unterirdische Bergwerk bekannt ist.
Wir checkten in unser Hotel ein und erlebten bedauerlicherweise gleich eine Überraschung. Durch ein Missverständnis meinerseits übernachteten wir nicht ganz so günstig wie geplant, dafür in der einzigen Suite des Hotels ;)

Nach einer dringend notwendigen Dusche, starteten wir ins Zentrum von Kiruna und entschieden die drei wichtigsten Gebäude der Stadt zu besichtigen. Den Anfang machte die vielleicht schönste und rein aus Holz gebaute Kirche.
Das Rathaus mit dem markanten gusseisernen Glockenturm erweckte in unserem KUNG-Fan Christian plötzlich das Gefühl, dem Land von dem er soviel Eindrücke gewonnen hatte, etwas zurückzugeben. So sollte hier an diesem denkwürdigen Ort sein Wahlkampf um die nächste Regentschaft starten. Christian för Sveriges Kung!
Erste Versprechen ans zukünftige Volk
Weiter gings ins Geburtshaus des sozialsten Schwedens und ehem. Direktor der LKAB, der Minengesellschaft in Kiruna: Hjalmar
Sein hingebungsvollster und des Öfteren im Systembolaget anzutreffender Fan, Heidi, führte uns durch sein einstiges Reich. Geschlagene zwei Stunden und fünf Bilder weiter - also immer noch in seiner frühen Schaffensperiode - drängte bedauerlicherweise die Zeit und die Führung wurde mit dem grausigsten Kaffee und zusätzlichen Infos beendet. ;) (endlich, der Magen knurrte inzwischen mindestens wie der in der Sonne ausgebleichte, weiße, Braunbär)
Samstag gings ins unvergessliche, schwer beeindruckende Eishotel in Jukkasjärvi. Jedes Jahr aufs Neue aus Eisblöcken des Torne Flusses erbaut, bietet das Eishotel Übernachtungsmöglichkeiten für 250 Gäste in zwei Kategorien: Normale Zimmer oder individuell gestaltete Suiten, die tagsüber für Besucher frei zugänglich sind. Die konstanten minus 5 Grad erfordern jedoch eine gewisse Standhaftigkeit um wirklich alles bewundern zu können.
Ein kurzer Spaziergang führte uns zur ältesten Kirche der Region, die übrigens so groß wie ganz Holland ist.Die Absolut Icebar in Jukkasjärvi, die Mutter aller Eisbars (Barcelona, London, Paris und Stockholm) bot auch uns ein Schlückchen an, für das wir ordentlich löhnten und beinahe den Bus zurück nach Kiruna verpassten.
Am Sonntag sollte schließlich noch die Schlittenhundefahrt stattfinden. Um 09:00 holte uns Henrik, der Chefmusher vorm Hotel ab und los gings "right in the middle of nowhere". Ein paar andere Studenten sollten uns begeleiten, eine Gruppe aus Hong Kong, die bedauerlicherweise keine Führerscheine besaß, wir also diese mit den Motorscootern chauffieren mussten. Freilich hatten wir den größten Spass dabei.Henrik, der Schwede - danke für deinen trockenen Humor!

Wir dürften helfen die Hunde aus den Zwingern zu hohlen, den Schlitten und die Zuggeschirre herzurichten und kaum waren die Hunden angehängt, sausten diese bewegungshungrig los. Ein unvergessliches Erlebnis auf zugefrorenen Flüssen durch die tief verschneite Landschaft Lapplands.

Im Hüttendorf Henriks angekommen, durften wir "Eintagesausflügler" gleich zu Tisch, um die Rentiersuppe zu löffeln, die chinesische Truppe wurde losgeschickt, um Holz für ihre Sauna (!) und ihre Unterkunft zu hacken. Nach einiger Beobachtung dieser, entschied ich mich, ein Computerspiel mit virtuellem Holzhacken zu entwickeln ;)Nicht das Suppenren!

Nach einer kurzen Pause gings für uns zurück - er hieß Abschied von Henrik und den Hunden nehmen und wir erreichten erneut das Hotel, um auf den Zug und ein letztes Mal auf unsere Fanzösin Aurelia B'oreal (keine geborene Französin, heißt eigentlich Aurora borealis) zu warten, die uns im Stich ließ. :(Trotzdem ist das Licht hier oben etwas Besonderes
Im Zug, dieses Mal im komfortblen Liegewagen, schliefen wir 9 Stunden und die Falun-Truppe verabschiedete sich vorerst von ihren Freunden aus der Hauptstadt - es soll nicht die letzte gemeinsame Reise bleiben!
Danke den drei H's: Hjalmar, dem Sozialen, Heidi, dessen 9 sprachigem Fan und Henrik, dem Nordmann, die uns auf unserem Tripp begleitet haben und die wir bestimmt nicht so schnell vergessen werden.


















1 Kommentar:
Keiner bloggt so schnell wie Tobi!;-)Respekt!
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